Eine fast klassische Ballade über viel Holz und einen Holzkopf, der zu tief hineingeht.
Es geht ein Lied voll Klang und Schwere
Ein Jüngling lauscht der zarten Sphäre
Grad erst ist er des Wegs gekommen
Solch Ton hat er noch nie vernommen
Ganz lieblich und zugleich so kalt
So schallt es aus dem dichten Wald
Die Stimme klar, der Ton getroffen
Nie ließe sich was Schönres hoffen
Es klingt wie Lust der Sommernacht
Und Tod, der schon das Grab ihm macht
Beides zugleich, zutiefst verloren
Und doch zu Hohem auserkoren
So müssen Engel wohl erklingen
Wenn sie von Lieb’ und Tode singen
Was hätte er nur dafür gegeben
Das Hemd, sein Geld, die Ehr’, das Leben
Dass er es wüsst’ und nie vergisst
Was Ursprung dieser Stimme ist
Dort ist der Ton. Nein, da kommt’s her
Erst folgt er kreuz, dann später quer
Die Geister singen, die Luft selbst singt
Wie Dorn, der bis ins Herz ihm dringt
Es sind dort Elfen, Feen, Najaden
Sie ziehen hin in dichten Schwaden
Sirenen auch in wilder Schar
Für seine Augen unsichtbar
Da tanzt ein Luftgeist mit Nereiden
Betörend all doch sehr verschieden
Manch eine flattert hoch hinauf
Und steigt in Himmelssphären auf
Die andern schwirren um die Ohren
Er hört den Ton und ist verloren
Wo diese Stimm’ ist, muss er sein
So zieht’s ihn in den Wald hinein
Es säuselt, schwinget ringsherum
Den Jüngling treibt’s. Er folgt dem stumm
„Komm, Jüngling, komm und folge mir
Elysische Feste bereit ich dir
Genüsse und Genuss sind dein
Willigst du nur ins Bündnis ein
Süß ist der Tod und keine Strafe
Erquicke dich am ew’gen Schlafe.“
Der Sphärenklang, der Geisterchor
Entrückt den Geist, verzückt sein Ohr
Tief, tief und tiefer geht’s hinein
Ins Blätterwerk, in Waldes Hain
So süßlich klingt es wie Jasmin
Die Stimmen sie verzaubern ihn
Es klingt wie Duft von Rosenwasser
Er atmet schwer. Die Haut wird blasser
Ermüdet sind ihm Kopf und Glieder
Die Heimat sieht er niemals wieder
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